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Rekonstruktive Chirurgie und Mikrochirurgie

Wiederherstellung von Gewebe und Funktion nach Unfall, Krebsoperation, Verbrennung oder angeborener Fehlbildung – mit Hauttransplantaten, Lappenplastiken und Mikrochirurgie.

Was ist das und wie läuft der Eingriff ab?

Die rekonstruktive Chirurgie ist das Teilgebiet der Plastischen Chirurgie, das Gewebe wiederherstellt, das durch einen Verkehrs- oder Arbeitsunfall, eine Krebsoperation, eine Verbrennung oder eine angeborene Fehlbildung verloren gegangen oder geschädigt ist. Im Vordergrund steht die Funktion: eine offene Wunde zu verschließen, darunterliegende Strukturen wie Knochen, Sehnen und Gefäße zu schützen und das Greifen der Hand, das Kauen oder den Lidschluss wiederherzustellen. Auch das Aussehen zählt, denn ein Defekt im Gesicht, an der Hand oder an der Brust wirkt sich unmittelbar auf den Alltag und das eigene Körpergefühl aus.

Bei der Planung werden zuerst einfachere Verfahren geprüft, mit denen sich das Ziel erreichen lässt. Kleine Defekte werden direkt vernäht. Ein Hauttransplantat ist eine dünne Hautschicht, die an anderer Stelle des Körpers entnommen und auf die Wunde gelegt wird; da es keine eigene Blutversorgung hat, wird es vom Wundgrund ernährt. Ein Lappen dagegen ist Gewebe, das mitsamt seiner eigenen Durchblutung verlagert wird: Er kann aus der Nachbarschaft eingeschwenkt oder mikrochirurgisch von einer entfernten Körperstelle übertragen werden. Bei der Mikrochirurgie wird das Gewebe zusammen mit seinen Blutgefäßen gehoben; anschließend werden diese nur wenige Millimeter starken Gefäße unter dem Operationsmikroskop an eine Arterie und eine Vene im Empfängergebiet angenäht. So lässt sich zum Beispiel eine Brust aus Bauchgewebe, ein Unterkiefer aus dem Wadenbein (freier Fibulalappen) und ein verlorener Daumen aus der zweiten Zehe (Zehentransfer) wiederherstellen.

Ein weiteres Einsatzgebiet der Mikrochirurgie ist das Lymphödem – eine dauerhafte Schwellung von Arm oder Bein, die entsteht, wenn sich Lymphflüssigkeit im Gewebe staut. Ein Lymphödem kann angeboren sein, entwickelt sich aber häufig nach der Behandlung von Brustkrebs oder gynäkologischen Krebserkrankungen. Bei der lymphovenösen Anastomose (LVA) werden noch funktionierende feine Lymphgefäße über kleine Schnitte aufgesucht und unter dem Mikroskop mit benachbarten kleinen Venen verbunden; so soll der gestauten Flüssigkeit ein neuer Abflussweg geöffnet werden. In der Handchirurgie werden Verletzungen von Sehnen, Nerven und Gefäßen, Fingerverluste und Narbenkontrakturen nach Verbrennungen behandelt. Im Kopf- und Gesichtsbereich werden Ohr, Stirn und Kiefer rekonstruiert.

Umfangreiche Rekonstruktionen erfordern oft die gemeinsame Planung mehrerer Fachrichtungen. Bei Tumorerkrankungen wird gemeinsam mit Onkologie, Allgemeinchirurgie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde entschieden, bei Handverletzungen mit Orthopädie und Physiotherapie, beim Lymphödem mit spezialisierten Lymphtherapeuten. In dieser Phase wird auch festgelegt, ob die Rekonstruktion in derselben Operation wie die Tumorentfernung oder später erfolgt.

Prof. Dr. İlker Yazıcı war 2004–2005 als Research Fellow im Mikrochirurgie-Labor der Abteilung für Plastische Chirurgie der Cleveland Clinic in den USA tätig und 2012 als EURAPS-Stipendiat in Helsinki. Er besitzt die Zertifikate des türkischen Gesundheitsministeriums für die Subspezialisierungen Handchirurgie sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und hat in begutachteten Fachzeitschriften Arbeiten zur Mikrochirurgie, zu einem Trainingsmodell für die lymphovenöse Anastomose und zum Zehentransfer als Daumenersatz veröffentlicht. Im Beratungsgespräch in seiner Praxis in Nişantaşı, Istanbul, werden die Ursache des Defekts, bisherige Behandlungen, Bildgebungsbefunde und Ihre Erwartungen besprochen; Möglichkeiten, Behandlungsschritte und Risiken werden offen erläutert.

Welche Ziele hat der Eingriff?

  • Verschluss offener Wunden und Gewebedefekte, damit darunterliegende Strukturen wie Knochen, Sehnen, Gefäße und Nerven geschützt sind
  • Möglichst weitgehende Wiederherstellung verlorener Funktionen wie Greifen, Kauen, Sprechen oder Lidschluss
  • Ersatz durch ähnliches Gewebe, damit sich die Region in die Umgebung einfügt und zur Gegenseite passt
  • Lösen von Bewegungseinschränkungen durch Verbrennungs- und Narbenkontrakturen
  • Verringerung von Schwellung, Schweregefühl und Neigung zu wiederkehrenden Infektionen beim Lymphödem
  • Möglichst geringe Narben und Funktionseinbußen an der Entnahmestelle

Bilder

Hand, die mit einem aus der zweiten Zehe rekonstruierten Daumen einen Stift hält; Abbildung aus einem 2013 in der Fachzeitschrift Injury veröffentlichten Artikel
Zehentransfer als Daumenersatz; aus einem Artikel mit Prof. Dr. İlker Yazıcı als Erstautor (Injury, 2013)
Panoramaröntgenaufnahme der Kiefer vor (oben) und nach (unten) einer Unterkieferrekonstruktion mit dem Wadenbein; Platten und Schrauben zur Fixierung des übertragenen Knochens sind sichtbar
Unterkieferrekonstruktion mit dem Wadenbein (Fibula), Panoramaröntgenaufnahme

Bei jedem chirurgischen oder interventionellen Eingriff können die Ergebnisse von Person zu Person unterschiedlich ausfallen. Es wird empfohlen, sich vor dem Eingriff ausführlich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten zu lassen.

Für wen ist der Eingriff geeignet?

  • Menschen mit Gewebe- oder Funktionsverlust nach einem Verkehrs- oder Arbeitsunfall oder einer Verbrennung
  • Patienten, bei denen eine Rekonstruktion zusammen mit oder nach der Operation von Hautkrebs, Brustkrebs oder einem Kopf-Hals-Tumor geplant ist
  • Menschen mit Sehnen-, Nerven- oder Gefäßverletzungen der Hand oder nach Verlust eines Fingers oder des Daumens
  • Lymphödem-Patienten, deren Arm- oder Beinschwellung trotz Kompression und Physiotherapie fortbesteht
  • Kinder und Erwachsene mit angeborenen Fehlbildungen an Ohr, Gesicht oder Hand
  • Menschen, deren Gesundheitszustand eine Narkose und gegebenenfalls eine lange Operation zulässt
  • Menschen, die bereit sind, mit dem Rauchen aufzuhören und Nachsorge sowie Kontrolltermine einzuhalten

Wann wird der Eingriff verschoben oder nicht empfohlen?

  • Laufende Krebsbehandlung, wenn das onkologische Team empfiehlt, die Rekonstruktion zu verschieben
  • Nicht eingestellter Diabetes, Herz- oder Lungenerkrankungen und andere Zustände, die eine lange Narkose riskant machen
  • Eine unbehandelte aktive Infektion im zu rekonstruierenden Bereich
  • Mikrochirurgische Gewebetransfers bei Menschen, die nicht mit dem Rauchen aufhören können, da Rauchen die Durchblutung des Gewebes beeinträchtigt
  • Arm- oder Beinschwellungen, die nicht auf ein Lymphödem, sondern etwa auf eine Herz-, Nieren- oder Venenerkrankung zurückgehen

Alternativen

Verbandsbehandlung und Vakuumtherapie
Manche Wunden heilen mit geeigneten Verbänden oder einer Unterdruck-Wundtherapie ab oder lassen sich damit auf eine Operation vorbereiten; bei tiefen, ausgedehnten Defekten reicht dies allein oft nicht aus.
Komplexe physikalische Entstauungstherapie beim Lymphödem
Diese Behandlung aus Lymphdrainage, Bandagierung und Kompressionsversorgung ist der erste Schritt; eine Operation ergänzt sie in der Regel, ersetzt sie aber nicht.
Epithese
An Stellen wie dem Ohr kann statt einer Operation ein aufgeklebter oder über Implantate verankerter künstlicher Ersatz infrage kommen; er erfordert regelmäßige Pflege und muss in Abständen erneuert werden.
Einfachere Rekonstruktionsverfahren
Reichen eine direkte Naht, ein Hauttransplantat oder ein lokaler Lappen aus, werden sie bevorzugt; Mikrochirurgie wird für Situationen geplant, in denen einfachere Verfahren nicht genügen.

Ablauf Schritt für Schritt

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    Erster Kontakt

    Sie können Fotos der betroffenen Region, frühere OP- und Pathologieberichte sowie Bildgebungsbefunde per WhatsApp oder E-Mail senden oder die Praxis anrufen. Diese Angaben geben Ihnen einen ersten Überblick über die Möglichkeiten und helfen, die Untersuchung zu planen; die ärztliche Beurteilung und die Entscheidung erfolgen bei der Untersuchung in Nişantaşı.

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    Untersuchung und Bildgebung

    Prof. Dr. İlker Yazıcı untersucht Sie in der Praxis in Nişantaşı; bei Bedarf werden CT, MRT, eine Gefäßdarstellung oder beim Lymphödem eine Bildgebung des Lymphsystems veranlasst.

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    Gemeinsame Planung und Vorbereitung

    Bei Bedarf wird der Plan mit Onkologie, Orthopädie oder HNO abgestimmt; Blutuntersuchungen, Narkosevorgespräch, Anpassung der Medikamente und die Kostenzusage der Versicherung werden erledigt.

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    Operation

    Der Eingriff erfolgt in einem akkreditierten Partnerkrankenhaus. Nach mikrochirurgischen Operationen wird die Durchblutung des Lappens in den ersten Tagen engmaschig kontrolliert.

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    Nachsorge und Rehabilitation

    Nach Wundversorgung und Fadenentfernung werden Handtherapie, Kompression oder Physiotherapie fortgesetzt; die Narbenreifung wird beobachtet, und bei Bedarf werden Korrekturen in einem zweiten Schritt geplant.

Heilungsverlauf

  1. Tag 1–5

    Nach mikrochirurgischen Eingriffen werden Farbe, Temperatur und Durchblutung des Lappens im Krankenhaus regelmäßig kontrolliert. Schmerzen werden medikamentös behandelt, die operierte Region wird hochgelagert.

  2. Woche 1–2

    Die Fäden werden je nach Region nach 7–14 Tagen entfernt. Transplantate und Lappen heilen ein; nach kleineren Eingriffen nehmen die meisten ihre alltäglichen Aktivitäten wieder auf.

  3. Woche 3–6

    Die Wunden sind weitgehend verheilt. Nach Handoperationen wird die Handtherapie, nach Lymphödem-Operationen die Kompression fortgesetzt; nach mikrochirurgischen Eingriffen ist die Rückkehr an einen Schreibtischarbeitsplatz meist zwischen der 4. und 8. Woche möglich.

  4. Woche 6–12

    Bei Rekonstruktionen mit Knochen schreitet die knöcherne Heilung voran. Schwere körperliche Belastung und Sport werden nach Freigabe durch den Operateur schrittweise wieder aufgenommen.

  5. Monat 3–6

    Die Schwellung geht deutlich zurück. Die Wirkung einer Lymphödem-Operation wird über mehrere Monate beurteilt; nach Nervennähten kehren Gefühl und Beweglichkeit langsam zurück.

  6. Ab Monat 6–12

    Die Narben reifen und verblassen. Bei Bedarf werden weitere Schritte wie eine Lappenausdünnung, eine Narbenkorrektur oder nach einer Kieferrekonstruktion Zahnimplantate geplant.

Risiken und mögliche Komplikationen

Jeder chirurgische Eingriff birgt Risiken. Ihr persönliches Risiko wird in der Beratung ausführlich beurteilt.

  • Gerinnsel an der mikrochirurgischen Gefäßverbindung mit teilweisem oder vollständigem Verlust des Lappens; in den ersten Tagen wird engmaschig überwacht und bei Bedarf notfallmäßig erneut operiert
  • Nachblutung und Blutansammlung im Operationsgebiet (Hämatom)
  • Infektion, Auseinanderweichen der Wundränder und verzögerte Wundheilung
  • Teilweises oder vollständiges Nichtanwachsen eines Hauttransplantats
  • Narben, Taubheit oder Schwellung an der Entnahmestelle; nach Entnahme des Wadenbeins vorübergehend Schwierigkeiten beim Gehen
  • Gefühlsveränderungen durch Nervenschäden; nach Handoperationen Gelenksteife und Sehnenverklebungen
  • Wulstige (hypertrophe) Narben, Keloide oder Farb- und Strukturunterschiede des rekonstruierten Gewebes
  • Bei langen Operationen Beinvenenthrombose und Lungenembolie sowie allgemeine Narkoserisiken
  • Die erwartete Funktion oder das erwartete Aussehen wird nicht vollständig erreicht, und eine weitere Operation wird nötig

Wovon hängen die Kosten ab?

Die Kosten einer rekonstruktiven Operation hängen stark von Art und Umfang der Rekonstruktion ab. Maßgeblich sind vor allem, ob Mikrochirurgie nötig ist, die Operationsdauer, die Dauer des Krankenhausaufenthalts und eines eventuellen Aufenthalts auf der Intensivstation, verwendete Platten, Schrauben oder andere Materialien, die Bildgebung vor der Operation, pathologische Untersuchungen, der Bedarf an Physiotherapie und die Zahl der Behandlungsschritte. Nach der Untersuchung und den erforderlichen Befunden erhalten Sie einen schriftlichen, nach Positionen aufgeschlüsselten Kostenvoranschlag, aus dem hervorgeht, was enthalten ist.

Ob eine Krankenversicherung die Kosten einer rekonstruktiven Operation übernimmt, hängt vom medizinischen Grund des Eingriffs, von Ihrer Versicherung und den Bedingungen Ihres Vertrags ab. Die Kostenübernahme wird deshalb für jeden Patienten einzeln geprüft; die nötigen ärztlichen Berichte können erstellt und eine Kostenzusage bei der Versicherung beantragt werden. Vor dieser Zusage lässt sich keine verbindliche Aussage zur Kostenübernahme treffen.

Wenn Sie nach Istanbul anreisen

Wenn Sie aus dem Ausland anreisen, planen Sie nach einem kleineren rekonstruktiven Eingriff etwa 5–7 Tage, nach einer mikrochirurgischen Operation einschließlich Klinikaufenthalt in der Regel 2–3 Wochen in Istanbul ein; in dieser Zeit finden die ersten Kontrollen und die Fadenentfernung statt. Die Praxis ist vom türkischen Gesundheitsministerium für den internationalen Gesundheitstourismus zugelassen (Zertifikat Nr. ST-2365); Unterkunft in Kliniknähe und Flughafentransfer können auf Wunsch über autorisierte Partner organisiert werden. Weitere Kontrollen sind meist nach 1, 3 und 6 Monaten vorgesehen. Nach der Heimreise bleiben Sie per Foto und Nachricht mit der Praxis in Kontakt; ist eine Untersuchung nötig, erfolgt sie bei einem Kontrolltermin in Istanbul oder bei einer Ärztin oder einem Arzt vor Ort.

Häufige Fragen

Was ist Mikrochirurgie, und wann wird sie benötigt?

Mikrochirurgie bedeutet, Blutgefäße, Nerven und Lymphgefäße mit einem Durchmesser von nur wenigen Millimetern unter dem Operationsmikroskop zu nähen. Gewebe wird samt seinen eigenen Gefäßen an einer Körperstelle entnommen, an eine andere übertragen und dort an die örtlichen Gefäße angeschlossen. Die wichtigsten Einsatzgebiete sind die Brustrekonstruktion, die Unterkieferrekonstruktion mit dem freien Fibulalappen, der Zehentransfer als Daumenersatz, der Verschluss großer Wunden und die Lymphödem-Operation.

Für wen eignet sich eine Lymphödem-Operation, und verschwindet die Schwellung vollständig?

Eine lymphovenöse Anastomose kommt infrage, wenn die Schwellung trotz Kompression und Physiotherapie fortbesteht und in der Bildgebung noch funktionierende Lymphgefäße zu sehen sind. Besser geeignet ist der Eingriff in frühen Stadien des Lymphödems. Ziel der Operation ist, Schwellung, Schweregefühl und Infektionsschübe zu verringern; dass das Lymphödem vollständig verschwindet, ist nicht zu erwarten. Die Wirkung zeigt sich über mehrere Monate, und bei den meisten Betroffenen wird die Kompressionstherapie in gewissem Umfang fortgesetzt.

Ist eine rekonstruktive Operation schmerzhaft?

Wie stark die Schmerzen nach einer rekonstruktiven Operation sind, hängt von Größe und Lage der Rekonstruktion ab. Nach kleineren Eingriffen sind sie meist gering und lassen sich mit einfachen Schmerzmitteln behandeln. Nach mikrochirurgischen Operationen werden die Schmerzen in den ersten Tagen im Krankenhaus mit regelmäßig verabreichten Medikamenten behandelt. Die Entnahmestelle, etwa das Bein nach Entnahme des Wadenbeins, kann eine Zeit lang mehr Beschwerden bereiten als die rekonstruierte Region.

Wann kann ich nach einer rekonstruktiven Operation wieder arbeiten?

Nach kleineren Eingriffen wie einem Hauttransplantat oder einem lokalen Lappen kehren die meisten innerhalb von 1–2 Wochen an einen Schreibtischarbeitsplatz zurück. Nach mikrochirurgischen Operationen dauert dies in der Regel 4–8 Wochen. Nach Handoperationen hängt der Zeitpunkt davon ab, wie stark die Hand im Beruf beansprucht wird, nach Kieferrekonstruktionen davon, wie sich Essen und Sprechen erholen. Für schwere körperliche Arbeit und Sport ist die Freigabe durch den Operateur abzuwarten.

Bleiben nach einer rekonstruktiven Operation Narben?

Jeder chirurgische Schnitt hinterlässt eine Narbe; in der rekonstruktiven Chirurgie entstehen Narben sowohl im rekonstruierten Bereich als auch an der Entnahmestelle. Die Schnitte werden nach Möglichkeit in natürliche Hautfalten, an den Haaransatz oder in von Kleidung bedeckte Bereiche gelegt. Narben können in den ersten Monaten gerötet und auffällig sein und verblassen meist innerhalb von 12–18 Monaten. Bei Neigung zu wulstigen Narben oder Keloiden können eine Silikonbehandlung und bei Bedarf eine Narbenkorrektur geplant werden.

Ist das Ergebnis der Rekonstruktion dauerhaft, und wann ist es endgültig?

Rekonstruktionen mit körpereigenem Gewebe bleiben nach abgeschlossener Heilung in der Regel viele Jahre bestehen und altern mit dem Körper; Faktoren wie Gewichtsschwankungen können das Aussehen verändern. Das Ergebnis einer rekonstruktiven Operation lässt sich meist nach 6–12 Monaten beurteilen. Manche Rekonstruktionen sind mit einer Operation abgeschlossen, bei großen Defekten kann ein zweiter, manchmal ein dritter Schritt wie eine Lappenausdünnung oder eine Narbenkorrektur nötig sein.

Kann die Rekonstruktion gleichzeitig mit der Krebsoperation erfolgen?

In vielen Fällen kann die Rekonstruktion in derselben Operation wie die Tumorentfernung erfolgen; man spricht dann von einer Sofortrekonstruktion, die eine zweite Operation ersparen kann. Bei manchen Patienten wird die Rekonstruktion verschoben, weil eine Strahlentherapie, eine Chemotherapie oder der Pathologiebefund abgewartet werden muss. Diese Entscheidung wird gemeinsam mit dem onkologischen Team getroffen; die Krebsbehandlung hat dabei immer Vorrang.

Übernimmt die Krankenversicherung eine rekonstruktive Operation?

Ob eine rekonstruktive Operation von der Versicherung übernommen wird, hängt vom medizinischen Grund des Eingriffs, von Ihrer Versicherung und den Vertragsbedingungen ab. Jeder Fall wird deshalb einzeln geprüft, und bei Bedarf wird mit den ärztlichen Berichten eine Kostenzusage bei der Versicherung beantragt. Vor dieser Zusage kann keine Kostenübernahme versprochen werden. Die Kosten selbst richten sich nach Art und Dauer des Eingriffs, dem Krankenhausaufenthalt und den verwendeten Materialien.

Beeinflussen Rauchen und meine Medikamente die Operation?

Rauchen und andere Nikotinprodukte verengen die Blutgefäße und erhöhen das Risiko für Lappenverlust, verzögerte Wundheilung und Infektionen. Sie werden gebeten, mindestens 4 Wochen vor einer rekonstruktiven Operation, insbesondere vor Mikrochirurgie, mit dem Rauchen aufzuhören und auch während der Heilung nicht zu rauchen. Blutverdünner, manche Rheumamedikamente und pflanzliche Präparate können das Blutungsrisiko verändern; setzen Sie kein Medikament eigenständig ab, sondern stimmen Sie jede Anpassung mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt ab.

Ich reise aus dem Ausland an – wie lange sollte ich in Istanbul bleiben?

Nach einem kleineren rekonstruktiven Eingriff sollten Sie etwa 5–7 Tage, nach einer mikrochirurgischen Operation einschließlich Klinikaufenthalt in der Regel 2–3 Wochen in Istanbul einplanen. In dieser Zeit werden die Fäden entfernt und die ersten Kontrollen durchgeführt. Weitere Kontrollen folgen meist nach 1, 3 und 6 Monaten; dazwischen bleiben Sie per Foto und Nachricht mit der Praxis in Kontakt, und nach Hand- oder Lymphödem-Operationen lässt sich die Therapie auch an Ihrem Wohnort fortsetzen.

Zuletzt aktualisiert: · Inhaltlich verantwortlich: Prof. Dr. İlker Yazıcı · info@ilkeryazici.com

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